Erfahren Sie alles über Cholesterin, Cholesterinspiegel und Bluthochdruck und wie Sie Alarmsignale des Körpers erkennen und Ihre Gesundheit verbessern können ...
Hier eine Leseprobe:
"Der Patienten-Warteraum ist geräumig und hell. Durch die Fenster sehe ich auf reichlich bemooste Dächer. Die dazu gehörigen Häuser hatten vor vielen Jahren den letzten Farbanstrich bekommen. Der überall abbröckelnde Putz macht sie alt und hässlich. Die Arztpraxis, ein Edelstein inmitten dieser Baufälligkeiten, kündigt vielleicht auch für sie eine neue Zeit an. Das Geschäft mit Krankheiten ist ein gutes, ein einträgliches Geschäft. Auch deshalb finanzierten die Banken vielleicht diese Kardiologiepraxis so freudig und freigiebig.
Die Gesichter der jungen, attraktiven Schwestern, die schwungvoll von einer Tür zur anderen eilen, sind mir fremd. Neben diesen wirkt die in die Jahre gekommene Empfangsdame wie ein Ruhepool. Ihre kullerrunden, aufmerksam blickenden Augen schauen mich fragend an. „Wie geht es Ihnen? Wir haben uns jetzt schon zwei Jahre nicht mehr gesehen“ sagt sie und schreibt eine Notiz in den Tagesplan. In ihrer Stimme schwingt die gleiche freundliche Beachtung, die sie mir beim ersten Nachsorge-Besuch vor 12 Jahren entgegen brachte. Ihre von kleinen Lachfältchen ummantelten Augen und das Lächeln in der Stimme scheinen die Patienten magisch anzuziehen, denke ich, als ich mich setze. Inzwischen sind alle Stuhlreihen besetzt, obwohl die Sprechstunde erst wenige Minuten alt ist. Unauffällig mustere ich die Anwesenden. Vielen scheinen sich zu kennen. Sie berichten einander Neues aus ihren Krankengeschichten. Noch wissen sie nicht, dass auch ich dieses Schicksal mit ihnen teile ….
Ich bin einer jener „Risikopatienten“, der noch einmal glimpflich davon kam. „Sie hatten einen Herzinfarkt“ verkündete mir meine Hausärztin im Juni 2003 und mit Blaulicht brachte man mich umgehend auf die Intensivstation des hiesigen Krankenhauses. Dabei hatte ich den kleinen Schwächeanfall am Vortag, als ich die Rasensaat glatt walzte, gar nicht ernsthaft beachtet. Ich musste mich nur setzen und einen Augenblick ausruhen. Nach einigen tiefen Atemzügen fühlte ich mich wieder besser – und dann diese Nachricht. Danach ging alles sehr schnell. Auf der Intensivstation war alles bereits vorbereitet und nach nur wenigen Minuten begannen die Untersuchungen. Der Blick der freundlichen Ärztin war ernst, das Ergebnis war ernüchternd. Die Durchblutung meines Herzens wäre durch eine Verengung mehrerer Blutgefäße akut gefährdet. Nur eine Operation, bei der die Adern geweitet werden, könne helfen, verkündete sie mir. Bereits in zwei Tagen sei die Operation vorgesehen. Ich hätte das Glück auf meiner Seite gehabt, meinte einige Tage später eine der mich umsorgenden Krankenschwestern. „Wie Sie erkennen vie Betroffene einen Herzinfarkt nicht und unterschätzen erste Anzeichen“, klärte sie mich auf, „und schwere Schäden an Organen oder plötzliches Herzversagen mit Todesfolge sind das Ergebnis…
In den diesem Ereignis folgenden Jahren habe ich vieles gelernt. Mein Leben verläuft seitdem in anderen Bahnen. Ich lebe bewusster, esse und lebe gesünder, vermeide jene Dinge, die mir schaden könnten. Die ausgedehnten Fahrradtouren und mein täglicher zweistündiger Spaziergang tun ein Übriges. Meinen 64. Geburtstag vor einigen Tagen beging ich körperlich fit und in ausgezeichneter Gesundheit … "
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